Die Anreise

Eine Reise zu mir selber? oder: Einfach mal nur raus!                                                 

 

Einleitung

Nachdem ich in einem der zahlreichen Reiseberichte im Internet mal gelesen hatte, dass das Pilgern immer vor der eigenen Haustüre beginnt,  fand ich diese Theorie eigentlich sehr gut. Deshalb wollte ich unbedingt auch mal eine Wandertour starten.

Vor der eigenen Haustür? Wohin soll`s denn gehen? Wo soll man mitten im Ruhrpott denn schon Wandern können? Zwischen alten Brachlandschaften des ehemaligen Bergbaus und teilweise noch aktiven, industriellen Großunternehmen bzw. da wo sie sich vorher befanden, durch riesige Industriegebiete laufen. Das, soll Spaß bringen?

Ich hatte mir für meine Reise den bergischen Weg ausgesucht. Dieser stand schon länger auf meinem Plan,  jedoch ergab es sich bis jetzt noch nicht, ihn anzugehen.

Der Start des Wanderwegs ist am nördlichen Ufer der Baldeneysees. Um dort hinzukommen wollte ich zuerst die Bahn nehmen, um dann von dort aus in die erste Etappe einzusteigen. Aber wie schon oben erwähnt, soll ja eine Pilgerreise vor der Tür starten und somit ergab sich eine erste Anreiseetappe von etwa 23 Kilometern bis zum Baldeneysee.

 

Anreise 16.12.2014

Ich startete mit einem leicht gepackten Rucksack. Etwas zu Essen, eine Flasche Wasser und für alle Fälle Regenbekleidung und einen kleinen Schirm. Die Wetterprognose war nicht all zu gut. Die Temperatur hielt sich bei ca. 5 Grad und es war stark bewölkt. Selbst Regen hätte mich aber an diesem Tag nicht aufgehalten. Vom Mountainbiken bin ich schlimmeres gewohnt.

Los ging es also um ca. 10 Uhr im schönen Oberhausen-Klosterhardt. Startpunkt war die Kirche St. Antonius in unmittelbarer Nähe meines zu Hause. In diese Ecke kenn ich mich natürlich durch die Biketouren recht gut aus, um somit ging es erst mal auf sehr bekannten Wegen in Richtung Oberhausen-Osterfeld durch den Volkspark (zu meiner Jugendzeit noch Kitzelbusch genannt!), vorbei an der Olga (Oberhausener Landesgartenschau) bis ich schließlich in Osterfeld ankam. Dort war heute Markt was ich aber ignorierte. Weiter ging es an der Osterfelder Kirche St. Pankratius vorbei.  durch die Unterführung des Bahnhofs in Richtung des Rhein-Herne-Kanal. In der Nähe des Centros ging es dann auf der Süduferseite am Kanal entlang am Haus Ripshorst und dem komischen Kunstwerk-Strommast vorbei nach Essen Borbeck. Ab der Stadtgrenze ging es nach Süden weiter. Kurz lief ich durch ein kleines Industriegebiet, jedoch immer wieder auf versteckten Pfaden auch an Reiterhöfen und dementsprechend viel Natur vorbei.

Schließlich kam ich zur Villa Hügel…oder war sie das etwa doch nicht? Ich denke nicht, also weiter. Vorbei am Steenkamphof von 1786 und wieder raus aus der Natur über eine dicke Hauptstraße. Von dort in den nächsten Park. Nach 1,5 Stunden Wandern machte ich eine kurze Pause. Schnell eine Banane und einen Schluck Wasser und schon konnte es weiter gehen.

Durch den Schloßpark des Schloß Borbeck ging es dann weiter bis ich durch den Wald zu einem riesigen Friedhof gelangte wo auch etliche Kriegsgräber waren. Plötzlich kam ich durch einen Zuweg am Mühlenbach vorbei, auf die Bahntrasse, die über die Margarethenhöhe in Richtung Gruga führt. Diese kannte ich auch schon von meinen Bike-Exkursionen. Auf dem Zuweg fiel mir ein Schild des Pilgerweges auf. Das war doch ein Zeichen! ;-)

Als ich dann den Grugapark erreichte bemerkte ich meine Beine, die hier schon ziemlich schmerzten. Das waren die nicht gewohnt. Hauptsache zig Kilometer Mountainbiken können, aber nicht mal die paar Kilometer wollten sie beschwerdefrei absolvieren!

Hinter dem Park ging es unter der A52 hindurch und anschließend in den Essener Stadtwald. Ab da wusste ich, dass es nicht mehr allzu weit bis zu meinem Ziel ist. Also weiter. Ich kam zu der alten Einfahrt der Villa Hügel, dem Tor 2, das mittlerweile für die Autoeinfahrt gesperrt war. Immer weiter am Grundstückszaun entlang konnte man mittlerweile einen Blick auf die Villa Hügel erhaschen. Der Weg führte entlang des Gartens bis hinab auf die Straße die am Nordufer des Baldeneysee entlang führt. Hier plumste ich aus dem Wald wieder in die Wirklichkeit hinein. Man konnte den See von hieraus sehen, und das war ja mein heutiges Tagesziel. Ich suchte die S-Bahnhaltestelle, die ich nach ein paar Schritte auch fand.

Schnell ein Ticket gekauft und schon konnte ich ein paar Minuten auf den Zug warten. Dieser kam recht schnell und ich fuhr mit der S6 bis zum HBF Essen, stieg in die S3 um und fuhr bis zum HBF Oberhausen. Von dort aus konnte ich in den Bus steigen, der mich wieder bis zu dem Startpunkt brachte.

Fazit:

Die erste Tour brachte ich in 3:45h zu Ende. Der Ruhrpott bleibt halt der Ruhrpott. Man wir hier immer wieder über kleine Straßenpassagen durch verschiedene Parks geführt. Jedoch ist man als Städter immer wieder verwundert wie viel Grün der Pott beinhaltet. Die Tour war recht schön, jedoch wir die Erweiterung, der Einstieg in den bergischen Weg wohl viel naturverbundener werden. Ich freu mich drauf!